Wie lange hält der Immobilien-Boom noch an?

Die Debatte um die Mieten in Berlin und in anderen großen Städten hat eine für lange Zeit wenig beachtete Entwicklung auf das Tapet der Politik – aber auch einer breiten Öffentlichkeit gebracht: Der seit Jahren boomende Immobilienmarkt. Ein Ende ist nicht in Sicht, dafür sorgt schon allein die Europäische Zentralbank mit ihrer anhaltenden Niedrigzinspolitik. Doch es gibt noch zahlreiche andere Gründe, die sinkende Immobilienpreise und damit auch sinkende Mieten verhindern.

In keinem anderen europäischen Land ist die Wohneigentumsquote so niedrig wie in Deutschland. Gleichzeitig erscheint der Traum vom eigenen Häuschen im Grünen in der DNA der Deutschen fest verankert. Angesichts von einer medial unterstützten Sehnsucht nach einem eigenen Garten und dem Wunsch nach der „eigenen Scholle“ verwundert es nicht, dass der Bausparvertrag ebenso wie Schrebergarten und Gartenzwerg typisch deutsche Attribute sind.

Ein Volk von Mietern

Doch wie so oft gehen Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander. Die Deutschen sind ein Volk von Mietern. In Deutschland gehört nicht einmal jede zweite Wohnimmobilie seinen Bewohnern. In der EU bildet Deutschland damit das Schlusslicht. Im Schnitt kommt die EU auf eine Wohneigentumsquote von 70 Prozent. Die Lage in Deutschland sieht wie folgt aus:

Laut dem Mikrozensus 2018 des Statistischen Bundesamtes bestanden 2018 etwa 40,6 Millionen Haushalte in Deutschland. Davon sind 23,5 Millionen Mietimmobilien, während 17,1 Millionen Immobilien von ihren Eigentümern bewohnt werden. Daraus ergibt sich eine Eigentümerquote von 42 Prozent.

Während die Mietimmobilien eine durchschnittliche Wohnfläche von 70,5 Quadratmetern haben, hat eine Eigentümerimmobilie eine Wohnfläche von 124,5 Quadratmetern. Der Unterschied rührt vor allem von der unterschiedlichen Wohnform. Während 80 Prozent der Mieter in Mehrfamilienhäusern leben, sind 69 Prozent der Eigentümerimmobilien Einfamilienhäuser.

Gleichzeitig sind die Mietimmobilien bereits zu 80 Prozent vor 1991 errichtet worden – 21 Prozent gelten dabei als Altbauten, da sie vor 1949 errichtet wurden. Bei den Eigentümerimmobilien ergibt sich ein anderes Bild. Ein Drittel dieser Immobilien ist noch keine 30 Jahre alt. Der Altbaubestand beläuft sich auf knapp 20 Prozent.

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Bildquelle: Pixabay / MichaelGaida